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Nachkriegszeit auf dem Saargau


23.04.2009, 17.50 Uhr



Beim Durchstöbern der Seitenstatistiken kam ich darauf, mal in Google nach Südlingen zu suchen.

Dabei stieß ich auf einen Artikel, geschrieben über den “Bürgermeisterstreik im Amt Palzem”, im Rahmen des “Schülerwettbewerbs deutsche Geschichte um den Preis des Bundespräsidenten” 1998/99, Gymnasium Saarburg 1999, Quelle.

Die beiden Autorinnen des Artikels, Alexandra Willkomm und Stephanie Ludwig, schrieben (ausschnittsweise) :

    Am 31. Januar 1951 berichtet das Saarburger Kreisblatt:

    Große Protestkundgebung im Amt Palzem – 100 Gemeindevertreter wollen in den Streik treten – Entschließung an die Landesregierung

    Wincheringen. Am vergangenen Sonntag beschlossen die zehn Oberbürgermeister und sämtliche Gemeindevertreter des Amtsbezirkes Palzem in einer Resolution an die Landesregierung ihre Ämter solange niederzulegen, bis die von der Regierung versprochene Hilfe für die, durch Kampfhandlungen und zweimalige Evakuierung besonders schwer betroffenen Gemeinden, in die Tat umgesetzt sei.

    Zu Beginn der Protestkundgebung gab Bürgermeister Weiter, Südlingen den Zweck derselben bekannt und schilderte erneut die katastrophalen Zustände des Gebietes der “Roten Zone “. Mit scharfen Worten kritisierte er das Verhalten der Grenzlandausschüsse und Besichtigungen durch staatliche Kommissionen, die wohl die Not der Gemeinden gesehen, doch nichts zur Linderung getan hätten. Sodann entwarf Amtsbürgermeister Becker ein Bild von der Notlage der zehn Gemeinden seines Amtes, die allein nach zweimaliger Evakuierung Gesamtschäden von 50% aufzuweisen hätten. Dazu kämen noch die schwersten Schäden durch monatelange Kämpfe, in denen das Gebiet vollkommen der Vernichtung preisgegeben war. Von acht Schulen wurden allein fünf zerstört und die übrigen drei stark beschädigt, sämtliche Eisenbahnbrücken sanken in Trümmer, jedes Haus war beschädigt, Äcker, Wiesen, Wälder, Straßen und Weinberge vermint, sowie teilweise durch Bomben und Artillerietreffer zerpflügt. Und von den Bauern, Winzern und Gewerbetreibenden dieser so grausam geschlagenen Gemeinde verlange das Finanzamt Soforthilfeabgaben.

Dabei waren auch ein paar Bilder aus dieser schweren Zeit, die ich – so sarkastisch es sich anhört, sicherlich zum Glück – nicht miterlebt habe, und die ich hier mal veröffentliche. Sollten (urheberrechtliche) Einwände gegen die Veröffentlichung bestehen, bitte ich um eine Email.

Hinweis: Die Bilder können durch Anklicken vergrößert werden.

Nachkriegszeit 01 Nachkriegszeit 02 Nachkriegszeit 03 Nachkriegszeit 04

Die Bilder zeigen – in der Reihenfolge von oben nach unten – :

  • eine Notunterkunft in einem Keller,
  • die einzige funktionstüchtige Latrine im Ort,
  • eine Notunterkunft in einem Bunker,
  • eine schon komfortable provisorische Unterkunft in Form eines Holzanbaus.

Wer weitere Bilder aus frühen Zeiten von Südlingen hat, den bitte ich darum, sie mir zum Einscannen und zur Veröffentlichung hier zu übergeben.


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