Lieber Volks-Freund...
…fast täglich lese ich dich, meinen lieben Volks-Freund, im Büro, zumindest überfliege ich die Überschriften der Artikel. Für mich interessant klingende Beiträge lese ich dann auch genau.
Ohne inhaltlich Kritik üben zu können oder auch nur zu wollen, fällt doch etwas auf:
Ist die deutsche Rechtschreibung seit der Schlechtschreib-Reform eigentlich so schwierig geworden, dass jetzt auch noch die landläufig als Deppenbindestrich bezeichneten Bindestriche, die grob falsch und sinnentstellend (oder Sinn entstellend? Oder gar Sinn-entstellend???) den Lesefluss behindern.
Die heutige Ausgabe habe ich bei Weitem nicht komplett gelesen, und doch fallen mir gleich einige dieser fehlerhaften Bindestriche auf:
- S. 3 Presse-Veröffentlichungen, Sex-Bestie
- S. 4 Polizei-Daten (gleich 2x)
- S. 5 Bezahl-Terminals
- S. 7 Fels-Plateau, Erbbaurechts-Vertrag (warum dann eigentlich nicht konsequenterweise auch Bebauungs-Plan?)
- S. 7 Saison-Defizit
Es gibt sicherlich noch weitere Beispiele in der heutigen Ausgabe, die ich jetzt allerdings nicht vollständig aufliste.
Wo bleibt der eigene Anspruch des Redakteurs an die Richtigkeit der von ihm geschriebenen Texte? Eine Zeitung beeinflusst, sie bildet Meinungen, sie bildet. In diesem Fall führt sie zu Fehlbildungen in der Bevölkerung.
Der Volks-Freund reiht sich damit übrigens in eine krasse Fehlentwicklung der deutschen Rechtschreibung ein:
Also meine Bitte, lieber Volks-Freund:
Weg mit den Deppenbindestrichen!
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